Rennradfahren in Düsseldorf @ Schicke Mütze.

Schicke mütze düsseldorf

Die Schicke Mütze: Radladen, Werkstatt, Café und Szenetreff. Seit über zehn Jahren organisieren die Gründer des Düsseldorfer Rennrad-Tempels Ausfahrten im großen Stil. Ein Vorschlag zum Mitmachen. 

Inhaltssprung.

Randfakten.

Gründung: 2014

Adresse: Talstraße 22-24

Namensgeber: Dieter Mauermann


Die Schicke Mütze.


Rennrad-Ausfahrten in Düsseldorf.

Alles begann mit einer hoffnungsvollen Frage. Im Online-Forum für Oldtimer-Rennräder tippt 2009 Konrad Glaeser: „Hat jemand Interesse an einer Tour auf klassischen Stahlrennern?“ Zur gleichen Zeit sucht Carsten Wien – selbst stolzer Besitzer eines alten Renners – online ein Exemplar für seine Nichte. Schnell steht er am Anfang einer Kontakt-Kette, die schließlich bei Konrad endet. Der hat ein Fahrrad. Und einen Plan: Ausfahrten im Stile der l´Eroica organisieren. Letztere zählt zu den berühmtesten Radrundfahrten historischer Rennräder. Quer durch die Toskana touren hier Stahlrenner aus der gesamten Welt. Warum etwas in dem Stil nicht also auch nach Düsseldorf bringen? Gefragt, getan.

 

So versammelt sich im Folgejahr die erste kleine Klassiker-Runde um Carsten und Konrad. Zehn Jahre später haben sich die Ausfahrten unter dem Banner der Klassikerausfahrt zwar stark reduziert, die Grundidee des entspannten und gemeinsamen Rennradfahrens lebt jedoch in verschiedenen Formaten weiter. Von Frühjahr bis Herbst organisiert die Schicke Mütze Touren in unregelmäßigen Abständen und unter variierendem Motto. Meistens in der Umgebung von Düsseldorf. „Am Ende zählt die Gesinnung mehr als die Geschichte des Gefährts“, betont Carsten Wien. So zum Beispiel bei der „Feierabendrunde“, die im Sommer jeden Mittwoch zwanglos ihre Kilometer zurücklegt. Mit dabei sind für gewöhnlich 20 bis 30 Rennrad-Begeisterte. Einzige Pflicht: der Rennbügel. Nicht aus elitärem Gehabe, sondern vielmehr zur Sicherheit. So erlauben die Rennlenker direktes Schulter-an-Schulter-Fahren und verhindern Stürze durch Berührung. Start- und Ziel der zumeist 30- bis 60-jährigen Teilnehmer liegt im Hinterhof der Schicken Mütze.

Schicke Mütze Düsseldorf
Foto: Schicke Mütze @ Winterschlampenparade.

Im Winter verlagert sich das Ganze dann an die Rheinterrasse. „Winterschlampenparade“ nennt sich die Ausfahrt, die von November bis Februar den kalten Monaten trotzt. Jeden Sonntag treffen sich Wetterfeste und fahren zwei bis drei Stunden zusammen Rennrad. Angetrieben von der Challenge und dem Feuer für den Sport, geht es zumeist linksrheinisch entlang bis nach Leverkusen. Tatsächlich sind es am Ende Minusgrade und Fisselregen, die den Reiz des Fahrens ausmachen. So Carsten:

 

„Es ist immer wieder erstaunlich, was für eine Dynamik sich bei dem miesen Wetter entwickelt. Für sich alleine hat keiner so richtig Lust und will lieber zuhause bleiben. Dann fährt man trotzdem hin und hofft insgeheim, dass keiner am Treffpunkt ist. Doch dann stehen da die 15 Leute und du denkst dir – Mist! Unter der warmen Dusche, eingesaut und durchgefroren, bist du froh, dass du es gemacht hast.“ 

Social Ride @ Schicke Mütze.

Die Ausfahrten der Schicken Mütze verstehen sich vor allem als Social Ride. Soll heißen: Teilnehmer liefern sich kein Wettrennen oder Kräftemessen, sondern plaudern, quatschen, scherzen und helfen. Niemand bleibt zurück. Niemand reißt vorne aus. Neulinge radeln bei Bedarf mit Beifahrer, Routiniers schließen Lücken und geben Windschatten. Stets geht es um den Spaß am Sport – bei einem Durchschnittstempo von 25 Kilometern pro Stunde. Was vielleicht keinen Geschwindigkeitsrekord im Radsport knackt, macht sich kräftemäßig spätestens auf den Strecken bemerkbar. Denn gefahren wird auf kleineren Wirtschaftswegen, Seiten- und Kreisstraßen mit vielen Abbiegungen. Im Umkehrschluss: ständiges Antreten, stellenweise brennende Beine. Ein Konzept, dass bereits die internationale Runde gemacht hat. So hinterließen schon Szenegrößen wie Tom Ritchey und David Miller ihr Lob für die Ausfahrten der Schicken Mütze. Vielleicht mag es an der durchdachten Organisation liegen. Vielleicht aber auch an der alternativen Richtung, aus der die Mütze angefahren kommt – mit ihrem Hintergrund, der Begeisterung und dem bis heute unverbogenen Blickwinkel auf den Radsport.

Schicke Mütze als Fahrradladen, Werkstatt und Café.

Zentrum der Schicken Mütze bildet der Fahrradladen samt Werkstatt und eigenem Café. Zusammen mit Kerstin Kortekamp, deren Konzept das Interior entstammt, eröffneten Konrad Glaeser und Carsten Wien, Gastro-Partner Dieter Mauermann und Werkstattchef Jan Hüttenbernd 2015 die Location. Schwerpunkt des Ladens sind bis heute moderne Rennräder und Gravel-Bikes. Aber auch Stadt- und Lastenräder reihen sich in das Sortiment der Schicken Mütze. Wichtig sind dem Team – neben traditionellen wie hochwertigen Rennradmarken – innovative Konzepte. So stehen seit kurzem Räder der Firma Coh&Co aus Kopenhagen im Eingangsbereich der Schicken Mütze. Die prämierten Bikes bestehen aus einem neuartigen Verbundstoff aus Carbon- und Steinfasern, der sie komplett recyclingfähig macht. Im hinteren und versteckteren Teil des Gebäudes dreht sich das eigentliche Zahnrad der Mütze. Hier entstehen Individualbauten aus hochwertigem Stahl, Carbon und Titan, mit modernen Schaltgruppen und handgebauten Laufrädern. Daneben restauriert das Werkstattteam um Jan Hüttenbernd und Heiner Rentergent klassische Rennradoldtimer. Vorne, inmitten aller fertigen Räder, Schuhe, Trinkflaschen, Mützen und Magazine finden die Gäste ihren Platz. Ein paar kommen sogar ganz ohne Fahrradgedanken, angezogen von der Atmosphäre, dem guten Kaffee, dem Essen und der Ruhe eines abgelegenen Hinterhofs.

Für mehr Düsseldorfer Fahrradkultur.

Seit Anfang 2015 kann sich Düsseldorf erstmals Lastenräder ausleihen. Unkompliziert und kostenlos – initiiert von Kerstin Kortekamp. Zusammen mit der Verkehrswacht Düsseldorf hat die Schicke Mütze ein Leihrad auf die Straßen gebracht, das bis zu 90 Kilogramm Gepäck stemmt. Ideal für große Einkäufe, mittlere Strecken oder kleine Umzüge. Mittlerweile haben der ADFC und die Stadt Düsseldorf das Projekt auf sechs Lastenräder ausgeweitet. Bis zu drei Tage am Stück lassen sich die Schwergewichte buchen. Dafür sind mehrere Abholstationen über die Stadt verteilt, darunter der Hauptbahnhof, das Vereinsheim des Verkehrsclubs ADFC sowie die Buchhandlung „Buch in Bilk“.

 

„Im Prinzip geht es um moderne Fahrradkultur, die wir in Düsseldorf fördern möchten. Wir alle von der Schicken Mütze fahren tagtäglich mit dem Fahrrad in der Stadt, sehen Probleme und Chancen. Dazu gehört am Ende auch, Lastenräder statt Kofferräume zu füllen“, erklärt Kerstin.

Schicke minna schicke mütze
Lastenrad „Schicke Minna“ – Abholstation @ Schicke Mütze.

Zudem finden kulturelle Events, die im Zeichen des Fahrrads stehen, inzwischen ihren Weg nach Düsseldorf. Erst 2017 holte die Schicke Mütze und das Open Source Festival das New Yorker „Bicycle Film Festival“ in die Landeshauptstadt. Brendt Barbur gründete damals nach seinem Fahrradunfall mit einem Bus das Format, welches heute durch die gesamte Welt tourt und prominente Unterstützer findet. Kurzfilme, Porträts und Dokumentationen schaffen dabei Aufmerksamkeit für eine Kultur, die in Düsseldorf einen großen Antreiber hat: die Schicke Mütze.

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